Go West, nach Ehrenfeld!

26. August 2017 at 17:25

Was Urban Art angeht, ist Köln-Ehrefeld gerade der heißeste Hotspot des Landes, denn das TransUrban-Festival ist angekommen in der Stadt und hat mit Straßengold und CityLeaks starke Mitstreiter.

Gerade wird noch fleißig an neuen Murals gemalt und gesprüht, da findet auf dem Heliosplatz, dem baldigen Abrissgelände zwischen Underground, Industriebrachen und Graffiti-Wänden im Schatten des Ehrenfelder Wahrzeichens, des Helios-Turmes, die Opening Party mit tollen Programm, Srüh-Aktionen, Lichtkunst, DJs etc. statt. In der Halle der Heliosstraße 37 startet dann auch die Gruppenausstellung YAKMOZ. Ein erster Blick während des Aufbaus war schon sehr vielversprechend. Das Programm geht heute bis in die Nacht.

Blick in die Gruppenausstellung YAKMOZ

Blick in die Gruppenausstellung YAKMOZ

Einige westliche Ecken weiter im gleichen Stadtteil eröffnete gestern Abend die diesjährige Straßengold-Ausstellung, in der zahlreiche Street Artists und Streetart-Fotografen ihre Werke präsentieren und zum Kauf anbieten. Und es ist wieder einmal eine großartig gelungene Sache geworden, die Tim Ossege mit seinen Mitstreitern da auf die Beine gestellt hat. Die Liste der Ausstellenden ist sehr lang, daher greife ich hier nur einen heraus: Robi the Dog. Der im letzten Jahr verstorbene Künstler aus der Schweiz wird mit einigen Werken noch einmal gebührend gewürdigt.

Teil der Straßengold-Ausstellung 2017 im Atelierzentrum Ehrenfeld

Teil der Straßengold-Ausstellung 2017 im Atelierzentrum Ehrenfeld

Dumb in der Straßengold-Ausstellung 2017 im Atelierzentrum Ehrenfeld

Dumb in der Straßengold-Ausstellung 2017

Parallel zur Straßengold-Ausstellung haben sich in den letzten Tagen qualitativ sehr hochwertige Paste-ups in mehreren Kölner Stadtteilen explosionsartig vermehrt. Haltet mal die Augen auf!

Im Bunker k101 beginnt heute die Fotoausstellung „Urban Voyer“ von Ingo Trapphagen. Und auch die gleichzeitig dort startende „Tape Art Exhibition – Tape That“ verspricht großartige Kunst.

AEC Interesni Kazki bei der Arbeit: Entstehendes Mural an der Vogelsanger Straße in Ehrenfeld

AEC Interesni Kazki bei der Arbeit: Entstehendes Mural an der Vogelsanger Straße

AEC Interesni Kazki (Aleksei Bordusov) konnte ich bereits gestern Abend auf dem Hubwagen stehend bei der Arbeit am neuen Mural an der Vogelsanger Straße beobachten, als wir mit Hunderten anderer Fahrradfahrer im Rahmen der monatlich stattfindenden Fahrraddemo „Critical Mass“ vorbeiradelten. Heute war das Wandbild des Ukrainers schon ein wenig weiter fortgeschritten, aber noch lange nicht fertig. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis und werde es später in diesem Blog vorstellen.

Street Artists JuMu, Isakov und Krashkid bei der Arbeit in Köln

Street Artists JuMu, Isakov und Krashkid bei der Arbeit

Alexander Isakov bei der Arbeit an einem neuen Wandbild in Köln

Alexander Isakov bei der Arbeit an einem neuen Wandbild in Köln

Alexander Isakov bei der Arbeit an einem neuen Wandbild in KölnAuch drei neue Wandgemälde in der Heliosstraße waren noch in der Mache, als ich meine Bilder aufnahm. Drei völlig unterschiedliche Künstler mit unterschiedlichen Stilen, die übrigens vorwiegend mit dem Pinsel malen und nicht sprühen. Hier entdecke ich JuMu wieder, deren südamerikanisch geprägte Motive mir schon bei der diesjährigen Millerntor Gallery in Hamburg aufgefallen waren, und erfahre, dass die studierte Modedesignerin als freiberufliche Künstlerin in Köln lebt. Daneben steht Alexander Isakov aus Hannover und malt Stunde um Stunde mit Hilfe eines großen Lineals seine faszinierenden grafischen Motive an die Wand, die von Weitem aussehen wie mit einem überdimensionalen Kugelschreiber auf ein riesiges Blatt Papier gemalt. Der dritte im Bunde ist Krashkid aus Hamburg, der ein Wandbild in seinem typischen flächigen Illustrations-Stil verwirklicht. Die drei bilden zusammen ein Künstlerkollektiv.

Paste-up von Zoon am Eingang zum Heliosgelände Ehrenfeld

Paste-up von Zoon am Eingang zum Heliosgelände

In den kommenden Tagen werde ich noch einige Fotos von interessanten neuen Streetart-Pieces nachreichen. Und am 1. September startet dann auch noch das diesjährige CityLeaks-Festival, diesmal mit Schwerpunkt rund um den Ebertplatz. Da gibt es bestimmt auch noch eine Menge zu berichten …

Neu auf der Straße

4. Mai 2017 at 22:58

Frische Streetart, die mir in den letzten Tagen und Wochen in Köln auffiel:

Am Rudolfplatz war eine riesige Brezel („wrapped in plastic“) angekettet. Bäcker unbekannt.

Streetart? Riesenbrezel am Rudolfplatz

Auf dem Friesenwall gesellte sich eine wunderschöne Frida Kahlo von Oni und Metraeda zu den anderen vergänglichen Paste-ups und hartnäckigen Stickern.

Paste-up von Oni: Frida Kahlo

Am Kunstbruder gibt es mehrere neue Stencils auf der Hausfassade, unter anderem den dreifachen Prince. Dafür wurde leider die Katze von Meow überpinselt. Man kann die Mieze unter dem 2016 verstorbenen Musiker noch leicht erkennen. Gut, dass ich sie für die (vorläufige) Ewigkeit in ihrer ganzen Schönheit unter diesem Link festgehalten habe.

Stencil am Café Kunstbruder: Prince

Neue Ausstellung bei Kunst & So

12. Februar 2017 at 19:39

Kunst & So: Streetart-Ausstellung mit Mewo und EinsaCEIn der kleinen Galerie „Kunst & So“ im Belgischen Viertel, ehemals als „Museum für Verwandte Kunst“ bekannt, stellen zur Zeit die Street Artists Meow (Köln) und EinsA CE (Ruhrgebiet) aus.

Du bist keine Katze

27. Januar 2017 at 19:52

Wichtiger Hinweis heute auf der Hahnenstraße (rechts) und ein „Liebe“ verbreitender Herr auf dem Friesenwall, der einem irgendwie bekannt vorkommt …

Auf der Südbrücke

6. Januar 2017 at 19:34

3 Stencils auf der Kölner Südbrücke.Weiß jemand, von wem diese wunderschönen Stencils auf der Kölner Südbrücke stammen?

Alle drei sind aus drei Farben mit Schablonen gesprüht: Weiß, Schwarz und Grau. Das rechte Bild, das ein kleines Mädchen aus der Perspektive eines Erwachsenen zeigt, ist dabei von bunten Schmetterlingen umrahmt. Die erinnern mich an geklebte Motive der Kölner Künstlerin Tuk, allerdings sind (waren) mir von ihr bislang keine direkt auf die Wand gesprühten Motive bekannt.

Ist das Stencil also von Tuk?

Unten: Paste-up von Tuk im Kölner Schanzenviertel, passend umrahmt von Kinder-Kreidezeichnungen. Das gleiche Motiv kann man auch in Ehrenfeld finden.

Paste-up von Tuk im Kölner Schanzenviertel

Neue Ausstellung von Sei Leise

12. Oktober 2016 at 19:53

Vom 21. Oktober bis 6. November gibt es Werke des Kölner Street Artists „Sei Leise“ in einer neuen Ausstellung zu sehen. In den Räumen von KUNST&So, dem ehemaligen „Museum für verwandte Kunst“, kann man neue Arbeiten sehen. Auf Wunsch bekommt man eine Karte ausgehändigt, nach der man im direkten Umfeld des Museums im Belgischen Viertel im Anschluss an den Ausstellungsbesuch die Straßenkunst von „Sei Leise“ draußen, in freier Wildbahn also, entdecken kann.

Paste-up "Mädchen" von Sei Leise in Köln-MülheimFoto: Paste-up in Köln-Mülheim

Siehe auch:
Blog-Eintrag „Der Saubermann“ vom 26.12.2015
Blog-Eintrag „Das Gold liegt auf der Straße“ vom 05.04.2016
Blog-Eintrag vom „Frisch geputzt“ vom 12.04.2016

New in Town

11. Oktober 2016 at 20:02

Von Nort kannte man in Köln bislang Paste-ups mit Personen-Porträts. Ganz neu sind diese Comic-Figuren. Eine sah ich am Brüsseler Platz, die andere am Barbarossaplatz. Wenn man die Augen offen hält, findet man dieser Tage bestimmt noch einige mehr.

Zwei Comic-Figuren von NORT, als Paste-up geklebt in Köln.

I Want to Hold Your Hand

29. September 2016 at 20:54

Nach vielen Wochen Sonnenschein soll es morgen zum ersten Mal seit langem wieder regnen in Köln. Und mit dem Regen wird auch dieses Werk aus Papier Schaden nehmen. Also noch mal schnell dokumentiert:

Ausschnitt aus einem mehrere Meter breiten Paste-up in Köln: Hände, die sich halten.Mehrere Meter breites Paste-up, bestehend aus vielen Teilen: Hände, die sich halten.Im Kölner Schanzenviertel ziert dieses im Prinzip endlos fortsetzbare vielteilige Paste-up eine alte Industriemauer. Hände, die sich halten, mal fest, mal locker, hellere und dunklere Hauttöne sind auf den schwarz-weiß-Drucken auszumachen. Eine Menschenkette. Das Werk ist nicht signiert. Wer hat es angebracht?

Ein Stück weiter hat die Deutsche Pop ihre Außenwände frisch spachteln und streichen lassen und damit die zuvor aufgebrachten Graffiti und Paste-ups, die die Straße säumten, entfernt. Man gibt sich clean.

Paste-ups von Marshal Arts (Salvador Dali) und Lilo (Enfant terrible).Einer meiner Lieblinge, der boxende Dalí von Marshal Arts, und das darüber klebende „Enfant terrible“ von Lilo sind dagegen noch erhalten und strahlen fast wie am ersten Tag (kleines Foto).

Ein Blick ins AZ

18. September 2016 at 16:00

Die bunte Außenwand auf der Luxemburger Straße nahe des Amtsgerichts ist sicher vielen schon mal aufgefallen. Aber wer war schon auf dem Gelände hinter dem großen Tor? Dort verbirgt sich – bis zur Neubebauung des Geländes – das Autonome Zentrum (AZ), das am vorherigen Standort, einem leerstehenden Gebäudekomplex des ehemaligen Motorenwerks Klöckner Humboldt Deutz in Kalk, für viel Wirbel sorgte. Aktivisten hatten es zunächst besetzt und durften es später offiziell nutzen. Befürworter und Gegner quer durch die Bevölkerung und alle Fraktionen rieben sich lange und medienintensiv an dem Thema. Letztlich wurde dann doch geräumt und abgerissen.

Paste-up an der Außenwand des AZ KölnIrgendwann wird das auch an der Luxemburger Straße passieren. Rund um das Gelände des jetzigen AZ, das früher einmal die Holzhandlung Thies war, wird schon fleißig gebaut. Unter anderem kommt der Neubau des im U-Bahn-Bahn-Loch verschwundenen Stadtarchivs hier hin. Dafür musste vor zwei Jahren schon der Bauwagenplatz „Paradies“, eine Art Künstlerdorf, weichen, dessen Bewohner rund um den stadtbekannten Künstler Rolf „Ketan“ Tepel das verwilderte Gelände zuvor in jahrelanger Arbeit in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hatten. Alternative Lebensmodelle sind nicht (mehr) vorgesehen in der aus allen Nähten platzenden Stadt.

Zurück zum AZ: Noch ist es da und eventuelle Berührungsängste sind unangebracht. Auf dem Gelände finden Partys, Sportkurse und Diskussionen statt und Sonntags kann man hier unter fachkundiger Anleitung sein Fahrrad reparieren. Außerdem ist reichlich interessante Urban Art zu bewunden. Alle Wände und Tore bis hin zu den Müllcontainern sind bemalt. Sprayer hatten mit der Colorierung des Geländes begonnen, nachdem die Holzhandlung ausgzogen war.

Ich habe eine kleine Fotoschau dazu erstellt, die den aktuellen Stand zeigt, denn natürlich ändert sich die Bemalung immer wieder mal. Durch Anklicken kann man einzelne Fotos groß betrachten. Ganz verschwunden ist mittlerweile leider das Paste-up mit der gedoppelten Frieda Kahlo (kleines Foto), das lange Zeit neben dem Eingang zu sehen war.

R.I.P. Robi

29. August 2016 at 22:35

Zwei humorvolle Paste-ups des verstorbenen Schweizer Street Artists Robi the Dog im Belgischen Viertel Kölns..

Die beiden Figuren auf den Paste-ups von Robi the Dog im Belgischen Viertel scheinen heute noch etwas trauriger als sonst zu schauen. Heute verbreitete sich die Nachricht über die sozialen Medien, dass der schweizer Street Artist „Robi the Dog“ am Wochenende gestorben sei.

Ich habe ihn nicht persönlich gekannt, aber überall in der Stadt begegne ich seinen Bildern, die er während mehrerer Köln-Aufenthalte hinterlassen hat. Viele der Werke auf dünnem Papier sind längst zerstört, die anderen werden nach und nach durch Wind, Wetter, Vandalismus oder Gebäudesanierungen ebenfalls verschwinden.

Mir werden vor allem die witzigen Motive von Robi in Erinnerung bleiben, der fliegende Frosch oder der verhinderte Superheld aus der Erftstraße zum Beispiel. Und wenn ich in anderen Städten mal zufällig über den Rest eines Paste-ups von ihm stolpere (in Hamburg, wo es erst kürzlich eine Solo-Ausstellung gab, hat er z.B. Neues geklebt), freue ich mich und denke an einen der Begabtesten der Szene.

Zwei humorvolle Paste-ups des verstorbenen Schweizer Street Artists Robi the Dog in der Kölner Erftstraße.