Long Story Short

10. März 2016 at 17:14

Unter dem Titel „Long Story Short“ widmet die Kunstagentin dem in Rom lebenden Künstler Agostino Iacurci vom 18.3. bis 14.5. eine Solo-Ausstellung. Agostino ist bekannt für seine riesigen Fassaden-Bemalungen. Klare Formen und bunte Farben sind seine Markenzeichen.

Bender in Hagen

8. März 2016 at 15:23

Im Kulturbunker Köln-Mülheim ziert eine eindrucksvolle schwarz-weiße Zeichnung eine Innenwand aus Beton. Sie stammt von Martin Bender, der sich in den letzten Jahren als Street Artist mit Murals in diesem Stil einen Namen gemacht hat. Er arbeitet mit Sprühose, Kreide, Kohle und Acryl.
Wandgemälde von Martin Bender im Kulturbunker Mülheim
Soweit ich weiß, ist das Bild im Kulturbunker bislang das einzige von Bender im öffentlichen Kölner Raum.

Deutlich aktiver war er mit seinen Wandgemälden und Paste-ups zuletzt in und um Leipzig, wo er drei Jahre gelebt hat. Nun ist der in Kasachstan und Russland aufgewachsene Künstler nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt, wohin er vor 17 Jahren gekommen war, nachdem er Russland verlassen hatte. Groß geworden ist er nämlich in Gevelsberg bei Hagen. Und es ist eine Galerie in Hagen, die seit Sonntag mit „LITSA“ Martin Bender eine Solo-Ausstellung widmet: Seine neuen Bilder sind noch bis Ende März in der Galerie Elvyra Gessner, Langestraße 29 in Hagen zu sehen. Eine schöne Besprechung dazu unter dem Titel „Leben hinter der Maske“ gibt’s auf HÖMMA – Das Mäg aus’m Pott.

Leinen los für MS Ehrenfeld

5. März 2016 at 10:20

Fassadenbemalung von goodlack art MS EhrenfeldAn der Iltisstraße 122, im hintersten Winkel von Neuehrenfeld, liegt ein Dampfer vor Anker, drei Decks hoch. Das Graffiti-Künstler-Duo goodlack art hat hier im Sommer 2008 im Auftrag der Ehrenfelder Wohnungsgenossenschaft einen zuvor schmucklosen Wohnblock mit Wandfarbe und Sprühdose verschönert. Dank langlebiger Farben erstrahlt die Bemalung bis heute in einem frischen Hellgelb mit abgesetzten blauen Streifen. Besonders schön sind die aufgemalten Figuren vom Kapitän über Mitreisende an Deck bis zu den Tieren auf der Wasserlinie. Insgesamt wurden 300 qm Fläche gestaltet.

Details der Fassadenbemalung von goodlack art MS Ehrenfeld

goodlack art sind John Iven und Ron Voigt. Man kennt sie auch als B. Shanti und A. Signl vom Künstlerkollektiv Captain Borderline, das weniger gefällig als politisch und sozialkritisch motiviert arbeitet. Seit 2004 gestalten Iven und Voigt zusammen Flächen vor allem im urbanen Raum und geben Graffiti- und Streetart-Workshops für Kinder und Jugendliche.

Decodieren erwünscht

27. Februar 2016 at 10:23

Von debug visuals gestaltetes Haus auf der Zülicher Straße in Köln: Kneipe "Stiefel"„Debug Visuals“ sind die Kölner Künstler Sebastian Karbowiak aka Daiker und Pierre Galic aka Morbit. Sie sehen sich und ihre Arbeit „an der Schnittstelle zwischen Grafikdesign, Urban Art und multimedialen Installationen“. Sehr präsent im Kölner Stadtbild ist ihre Fassadengestaltung für die Kult-Kneipe „Stiefel“ (Foto oben), die das Haus auf der Zülpicher Straße, mitten im so genannten „Kwartier Latäng“, seit 2010 ziert. Von debug visuals gestaltete Hausfassade (Mural) in der Kölner Hansemannstraße: "You decode - therefore I am"

Auch in der Ehrenfelder Hansemannstraße findet man Großflächiges von den beiden: 2013 bemalte zunächst Sebastian Karbowiak den Giebel mit einem Werk namens „Das kaputte Pferd“. Oben links sieht man ihn bei der Arbeit. Kaum war es fertig, übermalte es Pierre Galic mit einem riesigen QR-Code, der heute noch auf der Mauer zu sehen ist. Der Code führt zu einem Download mit der Abbildung des ursprünglichen Gemäldes. „You decode – therefore I am“ nannte das Debug Visuals Duo ihr Werk.

Die Mediathek des WDR hält ein kleines Video über die Bemalung eines Privathauses durch Debug Visuals in Monheim bereit.

Sebastian Karbowiak und Pierre Galic sind auch solo als Künstler in Sachen Grafik, Fassaden- und Bühnenmalerei aktiv.

Ausgerechnet Bananen

21. Januar 2016 at 19:10

Von Thomas Baumgärtel gesprayte Banane und als "ungültig" erklärte Banane

Als Thomas Baumgärtel (Jahrgang 1960) vor 30 Jahren, während seines Kunststudiums in Köln, anfing, die charakteristische gelb-schwarze Banane in Stencil-Technik zu sprühen, war nicht abzusehen, was sich daraus entwickeln würde. Das Motiv war inspiriert von der noch mal 20 Jahre älteren Banane, die ein Plattencover von „Velvet Underground“ zierte und von Andy Warhol stammte. Baumgärtel hatte das Motiv noch weiter auf das Wesentliche reduziert und begonnen, es neben die Eingänge von Kunst-Orten wie Museen und Galerien zu sprühen. Inzwischen sollen es über 4000 weltweit sein und Baumgärtel ist als „Der Bananensprayer“ bekannt. Einzigartig dürfte sein, dass er an Räumen, die irgendwann keine Kunst-Orte mehr sind, seine Bananen wieder „entwertet“, für ungültig erklärt (siehe Foto oben).

Natürlich war man in den ersten Jahren not amused über die Graffiti des unbekannten Künstlers an Hauswänden. Das Sprayen an anderer Leute Eigentum ist zwar nach wie vor illegal, wurde vor 30 Jahren aber stärker geahndet. Im Fall der Baumgärtel-Banane waren Galerien jedoch bald schon stolz auf diese „Auszeichnung“ und irgendwann galt die gelbe Frucht als Qualitätsmerkmal und Kunst-Symbol in der Szene und jeder wollte sie haben.

"Charlie" von Thomas Baumgärtel und Mural des Captain Borderline Kollektivs mit Banane

Thomas Baumgärtel ist längst in der etablierten Kunstszene angekommen, die Banane käuflich. Seine Bilder sind sind in vielen öffentlichen Sammlungen zu finden und Baumgärtel ist jedes Jahr mit zahlreichen Ausstellungen präsent. Die Banane spielt dabei immer wieder eine tragende Rolle: Es gibt Bundesbananenadler, Eurobananen, Fußballbananen, Bananen als Wandfries, die Banane am Kreuz. Aber auch der Streetart ist der Künstler nicht ganz abhanden gekommen: Als Reaktion auf den Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris vor gut einem Jahr brachte Baumgärtel seine Version eines (kölschen?) Charlie mit Bleistift und Narrenkappe als Paste-up an verschiedenen Stellen in Köln an. Im Sommer kam sein Charlie dann noch mal als Mural in Neuwied zu Ehren (siehe Blog-Beitrag vom 7. Januar).

Von Thomas Baumgärtel gesprayte Eva mit Banane statt Apfel in der Hand2011 ist im Rahmen des CityLeaks Festivals ein interessantes Mural „im Zeichen der Banane“ entstanden: In der Marzellenstraße, wenige Meter von den in den Hauptbahnhof führenden Bahngleisen entfernt, bemalte die Captain Borderline Crew in Kooperaton mit Thomas Baumgärtel eine Wand. In dem Motiv dient die Banane, die hier wieder die Kunst symbolisiert, als Rammbock zur Einnahme einer Stadt (durch diverse Bauten und die drei Kronen am Tor als Köln zu erkennen). Die Stadt hinter den Mauern hat sich den Investoren verschrieben, Räume für Künstler, wie die ehemaligen Clouth-Werke, sind der Abrissbirne preisgegeben und vor der Stadt sind schon totsanierte oder zerstörte Kunstorte begraben. Rechts unten beschießen Mitglieder von Captain Borderline Köln mit farbigen Pfeilen und einer Steinschleuder mit Sprühdose. Ein anderes Detail wird auf meinem Foto leider vom Dach der ehemaligen Tankstelle verdeckt: Links unten im Bild steht ein Künstler (Baumgärtel) mit Palette und Pinsel in der Hand.

Im Agenesviertel finden sich Adam und Eva auf einer Hauswand. Der Sündenfall hat hier nichts mit einem Apfel zu tun; Eva hält natürlich eine gelbe Frucht in der Hand (kleines Foto). Ein weiteres Wandgemälde des Bananensprayers (zweites kleines Foto) befindet sich etwas versteckt an der Alten Mauer am Bach (Griechenmarktviertel). Hier gibt es Reste der römischen Stadtmauer ebenso wie ein Bild, in dem sich aus Hunderten oder gar Tausenden von Bananen ein Dom-Bild in Froschperspektive ergibt. Leider bleibt es nicht von unschönen Schmierereien verschont.

Von Thomas Baumgärtel mit Bananen-Dom-Motiv besprayte Wand in KölnZum 30-jährigen Jubiläum der Sprüh-Banane 2016 widmet das Osthaus-Museum in Hagen Thomas Baumgärtel eine Sonderausstellung. Sie beginnt am 30. September.

 

-> Die kleinen Abbildungen können durch Anklicken größer dargestellt werden.

Futter für die Seele, Farbe für die Welt

16. Januar 2016 at 15:22

Hausfassade und Eingang eines Hauses in der Kölner Südstadt, gestaltet von Pau Quintanajornet

Dass Deutschland mehr Farbe gut zu Gesicht stehen würde, findet die deutsch-chilenische Künstlerin Pau Quintanajornet. Inspiriert von lateinamerikanischen Mythen und der Muralismo-Bewegung bemalt die unglaublich umtriebige Pau Wände in der ganzen Welt und erstellt Artwork auf Holz und Papier. In allen Arbeiten ist ihr ganz eigener Stil erkennbar: Bunt, blumig, weiblich, wunderschön.

In Köln hat Pau Quintanajornet seit 2010 immer wieder gearbeitet und ausgestellt. 2014 war sie mit Fotos zu ihrem „Project Wallflowers“ im Rautenstrauch-Joest-Museum zu Gast. In der Südstadt gestaltete die Künstlerin leztes Jahr im März eine Hausfassade (Fotos oben). „Primavera“ heißt das Werk. Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich das nette Konzept-Café sabor’ermoso (tolle Kuchen, perfekter Kaffee!), das unter anderem Drucke verschiedener Künstler anbietet. Zur Zeit gibt es auch wieder Bilder von Pau Quintanajornet zu kaufen.

Im Juli 2015 bemalte Pau Quintanajornet dann eine Mauer an der Mülheimer Brücke (Bilder unten) für „Lobby für Mädchen e.V“. und sparte dabei weder an Farbe noch an Statements: „Alle Mädchen haben das Recht auf ein Leben frei von Gewalt“, „Chancengleichheit“, „Gleichberechtigung“, „Mädchen brauchen Freiheit, Respekt, Liebe“ ist, umgeben von floralen Elementen, auf der Mauer zu lesen.

Von Pau Quintanajornet bemalte Mauer in Köln-Mülheim

Ausschnitt aus der von Pau Quintanajornet bemalten Mauer in Köln-Mülheim für "Lobby für Mädchen e.V."Anja Backhaus hat für das WDR West ART Magazin einen Beitrag über die Künstlerin gemacht, der in der Mediathek abrufbar ist.

Ein Interview mit Pau Quintanajornet kann man hier nachlesen.

Allerlei Getier

8. Januar 2016 at 17:08

Ein Stück der bemalten Kölner Zoo-Mauer mit Graffiti von Tasso

Tiermotive sind in der Streetart sehr beliebt. Kann man mit ihnen doch hohe Aufmerksamkeit erzielen, sie niedlich oder abstoßend darstellen, naturalistisch oder verfremdet. Und nicht zuletzt kommt hier die gute alte Fabel ins Spiel, über die man Botschaften leicht verklausuliert dem Zuhörer wie dem Bild-Betrachter nahe bringen kann.
Ein Stück der bemalten Kölner Zoo-Mauer mit Graffiti von Big Birne
In Köln zeigen viele Murals beeindruckende Tiermotive von hoher künstlerischer Qualität. Es sind so viele, dass ich zu gegebener Zeit sicher mal einen zweiten, dritten, vierten Blog-Eintrag dazu machen werde. Hier also eine erste kleine Auswahl:

1+2: Es ist kein Wunder, dass die Mauer, die den Zoo im Stadtteil Riehl östlich begrenzt, eine eigene Homepage hat. Im April 2011 wurde sie auf einer Länge von 310 Metern mit 20 verschiedenen Motiven bemalt; zum einen, weil das eine prima Werbung für den Zoo ist und zum anderen, weil hier wie andernorts das Problem mit ständig unschön beschmierten Wänden bestand. Die Künstler, die aus 60 Bewerbern ausgewählt wurden, sind hochkarätige Graffiti-Sprayer und -Crews. Und auch die Mittwochsmaler, ein Jugendprojekt, das sich seit vielen Jahren um junge Graffiti-Künstler kümmert, Workshops abhält und legale Flächen zur Gestaltung organisiert, bemalten ein großes Stück der Wand. Alle Motive auf der Zoomauer widmen sich dem Themengebiet „Zoo“. Das Mädchen mit der pinken Brille und den vielen exotischen Tieren stammt vom Graffiti-Künstler TASSO (Jens Müller) aus dem sächsischen Meerane, die partybegeisterten animalischen Hip-Hopper in der Stretch-Limo von Big Birne (Dominik Hebestreit) aus Wuppertal.

Bemalte Hauswand in Köln-Ehrenfeld von goodlack art3: Im bunten Wandgemälde von goodlack art, das 2011 in Ehrenfeld entstand, durchbrechen wilde (oder wild gewordene?) Tiere eine kommerzielle Werbe-Plakatwand mit Zahn-gebleachtem Werbemodel. Witziges Detail ist der „Stoert“-Schriftzug links über dem Plakat, der nicht nur zufällig an den Außenwerbe-Giganten „Stroer“ erinnert. Das Farbe verspritzende Mammut wird geritten von einem die Sprühdose bereit haltenden Cowboy und einen gehörnten, barfüßigen Fantasiewesen.

Alle Beteilgten haben sich auf der Wand verewigt: goodlack (John Iven und Ron Voigt) aus Leichlingen sind die ausführenden Künstler, unterstützt von der Kölner Captain Borderline-Crew, einer überaus produktiven Künstler-Gruppe, die besonders viele Wände im Stadtgebiet bemalt und in ihren Bildern oft politische Statements hinterlassen hat. Und schließlich ist auf den Fähnchen zwischen den Stoßzähnen des Mammuts noch der Auftraggeber genannt: Der gemeinnützige Kunstverein Colorrevolution (Köln/Chemnitz), zu dessen Vorstand die beiden goodlack-Künstler zählen.

Mit Jaguar-Motiv bemalte Hauswand in der Gutenbergstraße, Köln-NeuehrenfeldWandgemälde von herakut am Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld4: Den überdimensionale Jaguar auf der Wand dem Spielplatz in der Gutenbergstraße kennen nur wenige Kölner. Selbst unter den Streetart-Begeisterten sind es vermutlich nicht allzu viele. Es gibt im Netz kaum Abbildungen und ich habe überhaupt keine Informationen dazu finden können, weder über Urheber noch über Alter des Wandgemäldes. Es scheint allerdings schon einige Jahre dort zu bestehen, denn als es gemalt wurde, war sicherlich der Busch rechts noch sehr klein.

Schade, dass diese imposante Wand nicht von Tagging und Graffiti verschont wird.

5: Dieses Wandbild, das mit dem CityLeaks-Festival 2011 auf die Wand des Bürgerzentrums Ehrenfeld (BüZe) kam, zählt nach wie vor zu meinen absoluten Favoriten. Das Thüringer Künstlerduo herakut, bestehend aus Jasmin Saddiqui (Hera) und Falk Lehman (Akut) gestaltet schon seit 12 Jahren große Wände und ist auch international gefragt.

„Ohne dich würde ich mich nich trauen“ heißt es auf dem Wandgemälde mit dem etwas schüchtern dreinschauenden Mädchen mit dem Bulldoggen-Wesen auf dem Arm. Hier wurde auf einen hellen Hintergrund verzichtet, das Gemälde wurde direkt auf die trist-graue Wand aufgebracht. Zusammen mit dem ungewöhnlich beeindruckenden Motiv scheint es komplett aus der Zeit gefallen.

-> Die kleinen Abbildungen können durch Anklicken größer dargestellt werden.

Die besten Murals 2015

8. Januar 2016 at 11:03

Im Internet findet man unglaublich viele Rankings für Streetart. Für jede Großstadt gibt es jeweils ein „Best of“, so hat man den Eindruck.

Die Organisatoren des Festival d’art public in Montreal, Kanada, haben gleich ihre Top 10 der besten Murals der ganzen Welt 2015 gekürt. Es ist sogar ein Wandgemälde aus Deutschland dabei: „Imagination conquering the world“ von Dome (Christian Kraemer), zu sehen auf einer Fläche von 4,5 x 17 Metern in Karlsruhe. Dome malte es im Juli 2015 zu einem bereits am Ort bestehenden Eichendorf-Gedicht hinzu.

Alle Bilder aller Top-10-Murals seht ihr unter diesem Link.

Mit Bleistift und Banane

7. Januar 2016 at 0:00

Von Thomas Baumgärtel bemalte Hauswand in Neuwied

Zum traurigen Jahrestag des Attentats in Paris hier mal ein Foto, das nicht aus Köln stammt, aber immerhin einem Kölner zu verdanken ist: Sprayer-Legende Thomas Baumgärtel (der „Bananensprayer“) gestaltete diese Wand letzten Juli in der Marktstraße in Neuwied/Rhein. Parallel gab es in der Stadt eine Ausstellung unter dem Titel „Freiheit für die Kunst“.  Über die Kunst von Thomas Baumgärtel werde ich in Kürze ausführlicher hier berichten.

Lesen und lesen lassen

4. Januar 2016 at 17:16

Mural und bemalter Stromkasten zum Thema "Lesen" im Panthaleonsviertel, Köln

Das Panthaleonsviertel ist ein kleines und trotz Innenstadtlage recht verschlafenes Viertel. Man findet mehrere Schulen auf engstem Raum, aber in der Hauptsache ist es Wohnviertel. Benannt ist es nach der dort befindlichen prächtigen romanischen Kirche auf dem Gelände eines ehemaligen Benediktinerklosters. In der Krypta sind noch Reste einer römischen Villa zu finden. Gewohnt wird hier also schon seit mindestens 2000 Jahren.

So etwas wie „Streetart“ fand hier lange Zeit nicht statt. Zu verschlafen, zu wenig „hip“. Lediglich die immer großflächiger werdenden Schmierereien an privaten Hauswänden, an Hauseingängen und Garagentoren haben hier, wie an vielen Stellen der Stadt, im letzten Jahr sehr stark zugenommen. Sehr zum Ärger der Bewohner.

Bemaltes Garagentor zum Thema "Lesen" im Panthaleonsviertel, KölnUnd dann war da plötzlich dieser originell bemalte Stromkasten, dann das große Wandgemälde und zuletzt kam das Garagentor (kleines Foto) dazu, das noch ein wenig unfertig aussieht. Alle drei Werke befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander und alle drei befassen sich mit dem Thema „Bücher“ bzw. „Lesen“. Das kann kein Zufall sein.

Leider konnte ich noch nicht ermitteln, was es mit den Gemälden auf sich hat, wer sie beauftragt oder angefertigt hat. Oder warum. Denn es gibt hier weder eine Buchhandlung noch eine Bücherei. Falls da jemand mehr weiß: Immer her mit den Informationen!