Bauzaunkunst

30. November 2016 at 17:57

Bauzaun mit Graffiti am Kolumba-Museum Köln.Eingerüstet wird zur Zeit das Kolumba-Museum in der Kölner Innenstadt. Der Museumsbau von Architekt Peter Zumthor, der die Ruinen der im Krieg zerstörten Kirche St. Kolumba einschließt, wurde zwar erst 2007 eröffnet, es hatten sich aber bei den eigens für dieses Kunstmuseum des Erzbistums Köln entwickelten Backsteinen bzw. im Lehmputz darunter Feuchtigkeitsschäden gebildet. Über den Winter soll die Fassade trocknen; im Frühjahr wird sie dann saniert.
Eingerüstetes Kolumba-Museum in Köln und Bauzaun mit Graffiti.Bis dahin zieht sich ein Bauzaun um das Museum (das regulär weiter geöffnet bleibt). Und vermutlich um Schmierereien und Wildplakatierern vorzubeugen, hat man Sprayern hier Flächen zur Verfügung gestellt und den Zaun gestalten lassen. So gibt es beispielsweise ein unverhofftes Wiedersehen mit dem pinken Pony. Sehr nett. Aber auch (gut gemeinte) Kalendersprüche werden dem Passanten mit auf den weiteren Weg gegeben.

Das Gestalten von Bauzäunen an exponierten Orten durch lokale Street Artists ist nichgt ganz neu, darf aber gerne noch viel öfter vorkommen, belebt es das graue Stadtbild doch ungemein und verhindert – wie gesagt – meistens das Beschmieren.

Unten noch ein schönes Beispiel aus Rotterdam, das ich vor einigen Wochen in Bahnhofsnähe fotografiert habe. Auch hier wurde lokalen Künstlern Raum gegeben.

Bauzaun in Bahnhofsnähe in Rotterdam (NL) mit Graffiti lokaler Künstler.

Magic City Dresden. Oder?

5. November 2016 at 20:58

magiccity_madc_caps2Am 1. Oktober eröffnete in Dresden eine in ihrer Art bislang einzigartige große Streetart-Ausstellung: „Magic City – Die Kunst der Straße“. Kuratiert von Carlo McCormick (New York) und auf die Beine gestellt von einem großen Team, zeigt „Magic City“ in einer sanierten Industriehalle in Dresdens „Kultur-Quartier Zeitenströmung“ auf 2.500 qm Werke von 42 Einzelkünstlern und Crews aus aller Welt. Das Besondere hieran ist: Fast alle gezeigten Kunstwerke entstanden vor Ort in der Halle. Die eingeflogenen Künstler malten, sprühten und werkelten vor Ort, größtenteils zeitgleich, was man sich ein bisschen wie ein arbeitsreiches Klassentreffen der Streetart vorstellen darf. Das Portal „Brooklyn Street Art“ zeigte kurz vor Eröffnung eine interessante Fotoserie, die die Künstler bei der Arbeit zeigt.

Warum Dresden? Da wurde geredet von der tollen Streetart-Szene der Stadt oder davon, wie wichtig es sei, ein „anderes“ Dresden als das seit Monaten die Presse beherrschende zu zeigen. Nun ist die ziemlich alternative und in besserem Sinne „szenige“ Dresdner Neustadt tatsächlich viel bunter und kreativer als der Rest der Welt glauben möchte oder es der Pauschaltourist je zu sehen bekommen wird. Aber bei „Streetart-Szene“ denkt man zuerst an andere deutsche Städte, als eine der ersten sicher an das nahe gelegene Leipzig. Und ein „anderes“ Dresden … ja, sicher. Ich denke: Das Magic City-Ding muss halt irgendwo mal anfangen, denn es soll auf Tournee gehen. Und Dresden bot da einen – vermeintlich – guten Standort. Doch dazu später mehr.

magiccity_andersgjennestadBis zum 8. Januar 2017 ist Dresden noch die Magische Stadt, danach zieht die Ausstellung weiter. Denn alle Werke befinden sich auf mehr oder minder mobilen Wänden und können auf LKW verfrachtet werden. Als nächste Station ist ab April 2017 München angeteasert. Wann die Magic City zu uns nach Köln kommt, ist noch nicht bekannt.

Sehenswert ist die sehr international besetzte Ausstellung allemal: Die in New York lebende Japanerin Aiko, die einen ganzen Rotlichtraum (Ü18) gestaltete, war da und das Kollektiv AKRylonumérik aus Paris mit multimedialer Kunst, die zum Mitmachen einladen soll, im Eingangsbereich meines Erachtens aber ungut platziert ist, auch. Asbestos aus Irland ist vertreten, Comic-, Tattoo- und Mural-Künstler Mark Bode aus San Francisco, das Duo Yok & Sheryo und Qi Xinghua mit seinen großen Drachenköpfen aus China.

Sehenswerte Installationen und Skulpturen, teils politisch-kritisch, teils einfach nur Auge und Hirn schmeichelnd, gibt es von Ernest Zacharevic aus Litauen, Ben Heine aus Belgien, SpY und Isaac Cordal aus Spanien oder Icy and Sot aus dem Iran zu bewundern. Bordalo aus Portugal verblüfft mit dem wandfüllenden Bild einer Ratte, die komplett aus Müll besteht.

Lokale Künstler wurden in Dresden nicht vergessen: Claudia Walde, die unter ihrem Künstlernamen „MadC“ eine große Wand aus 45.000 bunten Spray-Caps gestaltet hat, stammt aus Bauzen. Die Dresdner Andy K und Jens Besser, Street Artists und Initiatoren des Dresdner Urban-Art-Festivals „LackStreicheKleber“, sind auch dabei. Benuz, der aus Mexiko stammende Wahl-Dresdner, dessen sehr eigene Kalligrafie-Graffiti man im Stadtbild ausmachen kann, ist ebenfalls mit einer eigenen Wand in der Ausstellung vertreten.

magiccity_herakutDen Kölner freut ein Wiedersehen mit Werken von Herakut (Foto oben) und ROA. Das weltweit agierende deutsche Künstlerduo Herakut, das in Köln für die wundervolle Fassade „Ohne dich würd ich mich nicht traun“ am BüZe Ehrenfeld verantwortlich ist, hat auch für die Magic City wieder eine riesige Wand voll Mystik und Schönheit geschaffen. ROA aus Belgien ist in Köln für die zunächst viel diskutierte Fassade („Darf man das? Muss das sein? Ist das nicht zu pervers?“) mit dem gehäuteten Hasen verantwortlich, mit dem sich die Ehrenfelder Nachbarschaft aber bald arrangierte. In Dresden zeigt er ebenfalls leicht morbide Tiermotive, die man auf- und zuklappen und so von „außen“ wie als Sekelett betrachten kann.

Blickfang im ersten Drittel der Halle ist das Kinderkarussell der in Schlesien geborenen Künstlerin OLEK, die in New York lebt. Es ist komplett eingehäkelt. Eine eigene Abteilung der Ausstellung widmet sich der Geschichte der Streetart bzw. des Graffiti, angefangen von ersten Tags bis hin zu komplett besprühten U-Bahn-Wagen. Der New Yorker Künstler und Graffiti-Fotograf Henry Chalfang öffnete dazu sein Archiv.

Einen Schwerpunkt setzt die Magic City auf raumfüllende 3-D-Bilder, also gesprühte Werke, die von einem bestimmten Punkt im Raum aus absolut plastisch wirken. „Amorphe Street Art“ nennt sich das Ganze. Die Kamera, die man prima täuschen kann, fängt das übrigens noch besser ein als das menschliche Auge. Man kann die dreidimensionalen Werke begehen; ein spielerischer Umgang mit der Kunst ist hier nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich erwünscht und es macht Spaß, sich gegenseitig in den Werken zu fotografieren oder zu filmen. Die Werke von Truly, Juandres Vera, Replete, Odeith und Leon Keer sind in meiner Bildergalerie unten zu sehen. Über die Entstehung des Werkes von Juandres Vera gibt es im eigenen youtube-Channel der Magic City ein interessantes Video.

magiccity_aufstellerÜberhaupt lassen die Macher nichts an Werbung über die sozialen Kanäle aus und die Berichte in den Medien nichts zu wünschen übrig. Die Monate in Dresden werden von zahlreichen Workshops, Führungen und Vorträgen begleitet. Und ich betone es gerne: „Magic City“ ist sehens- und eine Anreise wert. Aber so richtig toll laufen will es scheinbar nicht. An einem Dienstag waren wir mindestens eine Stunde lang die einzigen Besucher, danach kamen zwei weitere. Ein Grund könnten die hohen Eintrittspreise sein: 16 EUR am Wochenende und 14 EUR in der Woche sind sehr viel Geld für eine Ausstellung, gerade in Sachsen. Touristen lockt man nur schwer in ein außerhalb gelegenes Industriegebiet, zumal, wenn (bis heute) nirgends vermerkt ist, wie man als Ortsunkundiger überhaupt hinkommt zur Magic City (Tram-Linien 7 und 8 bis „Heeresbäckerei“ oder S-Bahn Richtung Klotzsche/Flughafen bis „Industriegelände“). Aber am meisten unterschätzt hat man vermutlich das Gemüt des Eingeborenen, der Neuerungen gegenüber zwar nicht gänzlich unaufgeschlossen ist, aber gerne erstmal abwartet, wie sich die Dinge entwickeln. Dem Dresdner und Umland-Bewohner ist nämlich jede Form von „Hype“ suspekt. Hipster mit Fusselbärten? Fehlanzeige. Sehr erfrischend ist das.

Bleibt also zu hoffen, dass der Ausstellung nicht vorschnell die Puste ausgeht und sie weiterziehen kann über das Land. Sie ist nicht repräsentativ, ist keine Dokumentation von „Street Art in ihrer ganzen Vielfalt“ (so der Werbespruch), aber eine sehenswerte, inspirierende und bunt gemischte Auswahl nationaler und internationaler Künstler, die „irgendwie irgendwas“ mit Streetart zu tun haben.

Urbanes und Halburbanes auf der ART.FAIR 2016

28. Oktober 2016 at 14:20

Kay Schwarz auf der Cologne ArtFair 2016Die jährlich stattfindende ART.FAIR in Köln ist Deutschlands drittgrößte Kunstmesse. Mit Deutschlands größter und zugleich ältester Kunstmesse, der ART Cologne hat sie eher wenig gemein. Außer vielleicht, dass sich die 2003 ins Leben gerufene „Gegenveranstaltung“ so weit etabliert hat, dass sie seit einigen Jahren ebenfalls in den Hallen der Kölner Messe stattfindet.

Und „etabliert“ ist das Stichwort, denn was hat eine große Kunstmesse mit meinem Blog zu tun? Viel: Zahlreiche Künstler, formerly known as Street Artist | Urban Artist, finden sich heute von Galerien vertreten auf der Messe wieder.

Die ART.FAIR besteht eigentlich aus zwei Komponenten: In der ersten (unteren) Messehalle befindet sich die „Bloom“, der für mich spannendere Teil der Veranstaltung. Hier gibt es die neue, die junge Kunst zu bestaunen und zu erwerben. Die Künstler sind meist selbst anwesend, von Galerien sind sie oft noch gar nicht vertreten. Im Folgejahr sieht das meist anders aus, denn in Halle 2 stellen rund 100 Galerien aus ganz Europa und zunehmend aus Asien ihre aktuellen Künstler aus. Und die suchen natürlich auch nach interessantem Neuem.

Was mich Jahr für Jahr fasziniert, ist diese scheinbare Gleichzeitigkeit von bestimmten Motiven, Arbeitsweisen, Materialien. „Trends“ in der europäischen Kunstszene, die wechseln wie die Mode. In diesem Jahr fallen zahlreiche Kunstwerke ins Auge, die Schnellfeuerwaffen darstellen bzw. verunstalten und noch mehr abstrakte Werke, die auf Superhochglanz geschliffene und polierte lackierte Oberflächen setzen. Auch viele Lichtkunst-Objekte sind zu sehen, wohingegen die vielen großformatigen Fotografien von „Lost Places“, die im letzten und vorletzten Jahr dominierten, vollständig verschwunden, „out“ sind. Diese Orte gibt es maximal noch in der Malerei; da scheint mir darüber hinaus der Trend zum Superrealismus ungebrochen. Ansonsten überwiegt „Dekoratives“.

Aber zurück zur urbanen Kunst: Siebdrucke von Blek le Rat finden sich bei gleich mehreren Galeristen, „Bananensprayer“ Thomas Baumgärtel ist mit Stencil-Arbeiten und El Bocho mit seinen großen Mädchenköpfen bei JR Gallery zu sehen. Die Amsterdamer Galerie Urban Art Now, die in der niederländischen Metropole Street Art Touren organisiert, hat gleich ganze Stencil-Wände gestaltet, bei Kasten aus Mannheim gibt es unter anderem zahlreiche limitierte Siebdrucke von „Obey“ Shepard Fairey sogar in bezahlbaren Preisklassen zu erwerben.

Den Vogel schießt aber die Münchner Galerie Kronsbein ab: Auf üppig bemessener Standfläche hängen außer Pop-Art-Papst Andy Warhol auch „Mr. Brainwash“ Thierry Guetta, den die Zeitung „Welt“ 2010 immerhin als „Kunstmarktblase“ stempelte, und vor allem jede Menge Banksy-Siebdrucke. Im Gegensatz zu allen anderen Werken auf der Messe ohne Preise. Selbst eine mit viel Informationen zu jedem Bild ausgestattete „Preisliste“ der Galerie kommt ohne Preise aus. Nur auf Anfrage. Im Kölner Stadt-Anzeiger war allerdings von 125.000 EUR für das auf 150 limitierte „Girl with Balloon“ die Rede. Zzgl. MwSt. natürlich.

Die ART.FAIR ist noch bis Sonntag geöffnet. Und danach müssen wir ganz, ganz stark sein: Ab 2017 wechselt die ART.FAIR nach Düsseldorf.

Bild ganz oben: Kay Schwarz, dessen Fassadengestaltungen in Leipzig zum urbanen Stadtbild gehören, wird auf der ART.FAIR durch die Galerie Von und Von vertreten.

Unten eine kleine, überschaubare Bildergalerie zur Urban Art auf der Messe.

Die Kuh macht Mooh

11. Oktober 2016 at 20:52

Kommen Freunde, Bekannte und Verwandte aus dem Urlaub zurück, berichten sie mir gerne, was sie am jeweiligen Ort alles an Streetart gesehen haben. So auch die Nachbarin, die jüngst in Portugal war. Auf ihrem Handy zeigt sie mir, was sie in Porto Schönes fotografiert hat. Darunter diese Kuh neben dem hübschen Ausblick auf’s Wasser:
"Mooh" - Kuhgraffiti in Porto, Portugal
„Hab ich schon mal gesehen, die Kuh“, frolocke ich und krame kurz im Gedächnis. „In Köln-Nippes.“ Später krame ich im digitalen Bildarchiv auf dem Rechner und werde tatsächlich fündig. Die gleiche Kuh wie in Porto schaut am Bahnhof Nippes in die Welt (kleines Foto).

"Mooh" - Kuhgraffiti in Köln-NippesAber was hat es mit dem internationalen Rindvieh-Graffiti auf sich? Ist da eine Kuhbalisierung im Gange?!

Eine google-ähnliche Suchmaschine bringt es zutage: Die Kuh heißt „Mooh“ und war bis vor kurzem vermutlich in Minden/Westfalen zu Hause. Dort war in den vergangenen Jahren ein regelrechter Fan-Kult um das gesprühte Tier ausgebrochen. Mit eigener Fanpage, facebook-Fanseite und allerhand Zeitungsartikeln, die sich mit den schwarz-weiß gefleckten Graffiti eines nach wie vor unbekannten Sprayers beschäftigen. Mindestens 160 Kühe wurden bis heute gezählt, teils mit Sprüchen wie „Mut ist Freiheit“ oder „Gegen Zensur“ versehen, manchmal riesengroß und nicht immer nur als Einzeltier.

Der Sprayer nennt sich „John“ oder auch „The Kuhl Kid“, bleibt ansonsten aber unentdeckt.

Nun scheinen Sprayer und Mooh-Kuh ausgewandert: In das nahe Osnabrück. Wie die Neue OZ berichtet, tauchen in der Stadt vermehrt Rinder auf Wänden auf. Die Ausflüge auf die betonenen Weiden von Porto und Köln-Nippes scheinen eher seltene Besuche zu sein.

Einen Beitrag der WDR-Lokalzeit zur Mooh findet man auf youtube unter diesem Link.

Ein Blick ins AZ

18. September 2016 at 16:00

Die bunte Außenwand auf der Luxemburger Straße nahe des Amtsgerichts ist sicher vielen schon mal aufgefallen. Aber wer war schon auf dem Gelände hinter dem großen Tor? Dort verbirgt sich – bis zur Neubebauung des Geländes – das Autonome Zentrum (AZ), das am vorherigen Standort, einem leerstehenden Gebäudekomplex des ehemaligen Motorenwerks Klöckner Humboldt Deutz in Kalk, für viel Wirbel sorgte. Aktivisten hatten es zunächst besetzt und durften es später offiziell nutzen. Befürworter und Gegner quer durch die Bevölkerung und alle Fraktionen rieben sich lange und medienintensiv an dem Thema. Letztlich wurde dann doch geräumt und abgerissen.

Paste-up an der Außenwand des AZ KölnIrgendwann wird das auch an der Luxemburger Straße passieren. Rund um das Gelände des jetzigen AZ, das früher einmal die Holzhandlung Thies war, wird schon fleißig gebaut. Unter anderem kommt der Neubau des im U-Bahn-Bahn-Loch verschwundenen Stadtarchivs hier hin. Dafür musste vor zwei Jahren schon der Bauwagenplatz „Paradies“, eine Art Künstlerdorf, weichen, dessen Bewohner rund um den stadtbekannten Künstler Rolf „Ketan“ Tepel das verwilderte Gelände zuvor in jahrelanger Arbeit in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hatten. Alternative Lebensmodelle sind nicht (mehr) vorgesehen in der aus allen Nähten platzenden Stadt.

Zurück zum AZ: Noch ist es da und eventuelle Berührungsängste sind unangebracht. Auf dem Gelände finden Partys, Sportkurse und Diskussionen statt und Sonntags kann man hier unter fachkundiger Anleitung sein Fahrrad reparieren. Außerdem ist reichlich interessante Urban Art zu bewunden. Alle Wände und Tore bis hin zu den Müllcontainern sind bemalt. Sprayer hatten mit der Colorierung des Geländes begonnen, nachdem die Holzhandlung ausgzogen war.

Ich habe eine kleine Fotoschau dazu erstellt, die den aktuellen Stand zeigt, denn natürlich ändert sich die Bemalung immer wieder mal. Durch Anklicken kann man einzelne Fotos groß betrachten. Ganz verschwunden ist mittlerweile leider das Paste-up mit der gedoppelten Frieda Kahlo (kleines Foto), das lange Zeit neben dem Eingang zu sehen war.

Follow the White Rabbit

17. September 2016 at 20:05

Graffiti "Follow the white rabbit" in KölnDie Aufforderung, dem weißen Kaninchen zu folgen, stammt ursprünglich aus Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ und immerhin schon aus dem Jahr 1885. Seither wurde der Satz in der Pop-Kultur oft zitiert.

Der Hase von Petitworld 23 auf meinem Foto findet sich am Nachbarschaftsheim der Quäker in Köln. Da ziert er schon seit Anfang 2010 die Wand eines Schuppens.

Quäker? Ja, Quäker. Die religiöse Gruppe setzt sich besonders für soziale Themen ein, das Haus in Köln gibt es schon seit 1947, es ist eins der städtischen Bürgerzentren. Es ist auch Träger der freien Jugendhilfe und richtet pädagogische und soziale Angebote an alle Altersklassen.

Die Wände am und rund um das Nachbarschaftsheim sind mit sehenswerten Sprühbildern verziert. Hier engagieren sich auch die emsigen Mittwochs-Maler mit Graffiti Contests.

Urheber unbekannt

13. September 2016 at 23:13

graffiti-venloer-strasse

Interessante Graffiti-Figur auf der Venloer Straße. Whodunit?

Grimmig am Rhein

12. September 2016 at 21:48

Graffiti auf einem Rhein-Kilometer-Stein auf den Poller WiesenKilometerstein auf den Poller Wiesen. Urheber unbekannt.

Hinter Gittern

3. September 2016 at 11:44

Keine Sorge, nicht die Sprayer sind hinter Gittern, sondern – in diesen Fällen – Speedy Gonzales (aka „die schnellste Maus von Mexiko“) und ein trauriger Gorilla.

Graffiti in Köln, die die örtlichen Begebenheiten (Gitterstäbe) in ihr Werk einbeziehen.Genial, wie TOPAS hier auf dem Abrissgelände der Ehrenfelder Helioswerke (Graffiti „Hall of Fame“) mit viel Witz das vorhandene Fenstergitter in sein Werk eingearbeitet hat, um Käsedieb Speedy festzusetzen. Festgesetzt ist auch der Gorilla in der Maybachstraße. Allerdings nur tagsüber: Ist das Hoftor geöffnet, verschwindet das Gesicht hinter den Gitterstäben. Die als Stencil gesprühte Überwachungskamera hat aber eher die Passanten im Visier.

Paste-up von Louva must die: Keiner ist sicherAn der Mülheimer Brücke hatte ein Paste-up von „Louva must die“ im letzten Jahr ein rostiges Gitter zu einem Hingucker gemacht (kleines Foto).

Aber apropos Maybachstraße: Nicht gerade als Streetart-Hotspot bekannt, hat sie doch ein paar Perlen zu bieten. Zwischen kriegsbedingter Baulücke, Abrisscharme und Kreativzentrum entstand im Rahmen des CityLeaks Festivals 2015 das Mural „Bitte jetzt“. Der Künstler Boris Tellegen (*1968), auch als „Delta“ bekannt, stammt aus Amsterdam, wo er Mitte der 80-er Jahre erste Graffiti sprayte, hat Architektur und Design studiert und fasziniert die Kunstwelt mit Gemälden und Skulpturen, die aussehen, als seien sie aus Papier geschnitten und geschichtet.

Wenige Meter weiter kann man das Werk zweier in London lebender und arbeitender Illustratoren bewundern: Marina Muun und Slav Vitanov (Slav Gipsy) haben, unterstützt von ArtyFarty Artspace, im Dezember 2014 eine Hauswand, die zuvor immer wieder beschmiert worden war, mit einem mystischen Motiv verschönert.

Zwei Murals in der Kölner Maybachstraße

Nachtvisionen

3. September 2016 at 9:52

Graffiti sind oft illegal und entstehen daher gern im Schutz der Dunkelheit, also Nachts. Was aber, wenn man diese Wandmalereien mit Licht in Szene setzt und fotografiert? „Jupiter“ macht das und bringt so die gesprühten Werke zum Leuchten. Vom 8. September bis 19. Oktober stellt er seine Fotos unter dem Titel „Nachtvisionen“ in der Alten Feuerwache im Kölner Agnesviertel aus. Veranstalter ist Kunst Köln, ein Verein, der jedes Jahr 20 Ausstellungen organisiert.

Vernissage: 8.9. 19.30–23.00 Uhr