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Von der klassischen Malerei zur Streetart

21. Dezember 2015 at 18:14

2 Paste-ups von "Marie" Birte Marie Kube, gefunden im Schanzenviertel Köln-Mülheim

Die beiden mit „Marie“ unterzeichneten Paste-ups, die im Köln-Mülheimer Schanzenviertel kleben (Fotos oben), fielen mir gleich ins Auge. Und dann entdeckte ich zufällg letzte Woche noch die bemalte Wand im Biergarten des Kulturbunkers. Die kräftigen, leuchtenden Farben erhellten gleich den ansonsten trüben und nassgrauen Tag.

Wandgemälde von "Marie" Birte Marie Kube am Kulturbunker Mülheim„Marie“, das ist Birte Marie Kube, die an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und zunächst ganz klassisch mit Ölfarben gemalt hat. Inzwischen ist sie neben ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit Lehrerin für Englisch und Kunst an einem Gymnasium. Zweierlei kann sie nicht leugnen: Ihre Farbenliebe und ihre Liebe zur Modefotografie. Die von Graffiti inspirierten und in Stencil-Technik hergestellten Bilder haben keine Message, sagt sie. Außer vielleicht, die Welt ein bisschen schöner und bunter zu machen.

Die Arbeiten von Birte Marie Kube sind im Netz bestens präsentiert, u.a. auf Instagram und der eigenen Homepage.

Geheimnisvolle Tür

19. Dezember 2015 at 15:47

Mit Tags und Stickern versehene Fassade mit Tür an der Maastrichter Straße, Köln, von 2010 bis 2013.

20 Jahre lang verbarg sich hinter dieser Türe im Belgischen Viertel, im Keller eines Wohnhauses, der Musikclub Stecken. Der stand für ranzigen Charme, guten Jazz und Funk. Das wussten nur Eingeweihte, denn ein Schild oder einen Hinweis gab es am ganzen Haus nicht. Proppevoll war es an Wochenenden trotzdem immer.

Mich scheint die über und über mit Tags und Stickern versehene Fassade über einen langen Zeitraum sehr fasziniert zu haben. Denn ich habe sie immer wieder fotografiert. Hier wurden die Schmierereien zum Gesamtkunstwerk.

Das Stecken ist Geschichte. Wie schon so viele andere Kölner Clubs vor ihm wurde er Opfer der Gentrifizierung. Inzwischen wurde das Haus luxussaniert.

Kalender-Strick

19. Dezember 2015 at 15:27

Komplett bestricktes oder behäkeltes Fahrrad in Lüneburg. Foto: Martina BuschDen (nach meiner Recherche) einzigen Kalender für 2016 zum Thema „Urban Knitting“ hat Martina Busch herausgebracht. Als Print-On-Demand-Variante ist er über Kalenderhaus in verschiedenen Größen bestellbar.

Der Kalender enthält ausgewählte Strick-Fotos aus Lüneburg. Lüneburg? Ja, Lüneburg. Warum gerade diese Stadt, wollte ich von Martina Busch wissen. Gibt es dort besonders viele oder besonders schöne Beispiele für das Guerilla-Stricken? Sie klärte mich auf: In der deutschen Telenovela „Rote Rosen“ (ARD), die in Lüneburg spielt und wo auch die Außenaufnahmen gedreht werden, wurde das Guerilla-Stricken im letzten Jahr thematisiert. Danach tauchten immer mehr sehenswerte textile Ummantelungen in der kleinen Hansestadt nahe Hamburg auf, wie zum Beispiel das links abgebildete Fahrrad (Foto: Martina Busch).

Übrigens: Als Erfinderin des Guerilla-Strickens bzw. des „Yarn Bombing“, wie der Amerikaner es nennt, gilt die Texanerin Magda Sayeg, die seit 2005 alle möglichen und unmöglichen Objekte bestrickt und dafür mittlerweile weltweit unterwegs ist. Wunderbare Beispielsammlungen finden sich auf ihrer Homepage und in ihrem „Knitta“-Blog.

Art4Water

17. Dezember 2015 at 19:47

Großflächiges Wandemälde am Grünen Weg in Köln-Ehrenfeld zum Thema "Sauberes Trinkwasser für alle".

2013 schufen Adrian Savulescu, Kayo Kracho, Martin Scholz & Steffen Z. Wolf für die Kölner Sektion von Viva con Agua dieses beeindruckende Wandgemälde am Grünen Weg in Ehrenfeld mit dem Hinweis „Kein Spaß ohne Wasser“. Die Organisation Viva con Agua setzt sich weltweit für sauberes Trinkwasser ein.

Tagging mit Ironie

16. Dezember 2015 at 15:52

3 x Marienstrasse_Lostview

Über ständig beschmierte Wände ärgerte sich auch die auf Motion Graphic spezialisierte Firma Lostview in Köln-Ehrenfeld. Zur Marienstraße hin gibt es eine große (ehemals) weiße Außenwand und eine Metalltür, die immer wieder mit Tags auf der gesamten Fläche versehen wurden.
Vor rund zwei Jahren tauchten dann die TV-bekannten Männchen auf der Wand auf, die die Schmierereien nicht nur ironisch brechen, sondern auch dafür gesorgt haben, dass das Tagging vorübergehend zum Stillstand gekommen ist.

Schöne Bescherung in Köln

16. Dezember 2015 at 15:28

„Fine Urban Art“ kann man bei der Kunstagentin im Belgischen Viertel zur Zeit anschauen und erwerben. Die Weihnachtsausstellung „Schöne Bescherung“ mit Werken internationaler Künstler läuft noch bis zum 2. Januar 2016.

Kleine Perle

15. Dezember 2015 at 18:28

Stencil Alte Druckerei Loewengasse

An der Löwengasse in der Südstadt rottet seit Jahren das Gebäude einer ehemaligen Buchdruckerei vor sich hin. Es ist schon lange dem Vandalismus preisgegeben. Zwischen den unvermeidlichen großflächigen Graffiti entdeckte ich eben diese kleine in Stencil-Technik hergestellte Perle an der Wand. Urheber unbekannt.

Alte Buchdruckerei Loewengasse

Ein bisschen Off Topic

13. Dezember 2015 at 10:15

Großflächig aufgesprühtes Werk von Katharina Grosse in der U-Bahn-Station Chlodwigplatz © R. Arentz 2015

Seit heute fährt sie, die Linie 17 der neuen Nord-Süd-Bahn. Genau genommen befährt sie nur ein Teilstück. Nach 11- bis 14-jähriger Bauzeit, explodierten Kosten und zahlreichen Skandalen. Die Einsturzstelle des Stadtarchivs, wo die Stadt ihr Gedächtnis, Menschen ihr Leben und andere ihre Wohnungen verloren, nach wie vor ein riesiges klaffendes Loch, wird dabei nicht umschifft. Eine Station vorher ist vorläufiges Ende der Linie 17.

Die vier neuen U-Bahn-Haltestellen haben sich die Kölner Verkehrsbetriebe KVB einiges kosten lassen. Viel Beton, viel Edelstahl, viel Glas, großzügig im Platzverbrauch. Noch sehen sie alle aus wie geleckt. Da soll die riesige, via Kompressor-betriebener Spritzpistole bunt besprayte Fläche an der Station Chlodwigplatz, geschaffen von Katharina Grosse, sicher einen Kontrastpunkt setzen, natürlich auch Aufmerksamkeit auf sich ziehen und sagen: „Hey, wir können nicht nur grauen Beton.“ Beeindruckend, vor allem groß ist das Werk allemal; das kann mein Foto natürlich nicht wiedergeben.

Katharina Grosse, international bekannte und anerkannte Künstlerin mit Werken im öffentlichen Raum von New York über Toronto bis zur Riesen-„Scherbe“ am Bonner Kunstmuseum, mit Einzel-Ausstellungen auf der ganzen Welt und Arbeiten in internationalen Sammlungen vertreten, ist im „Nebenberuf“ Professorin für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Will sagen: Das war nicht billig und immerhin Ergebnis einer großen Ausschreibung.

Davon abgesehen, dass mir das Werk gefällt, finde ich es völlig legitim, die Entscheidung für gerade dieses Werk und diese Künstlerin mal zu hinterfragen, wie es der Kommentar auf Meine Südstadt tut. Sehr lesenswert!

Strick ist schick

12. Dezember 2015 at 16:19

3 Beispiele für Guerilla-Knitting aus den Jahren 2012 und 2015

Zum 3. Advent etwas Wärmendes: Ich bin erfreut zu sehen, dass das Guerilla-Stricken und -Häkeln doch noch nicht ganz verschwunden ist. Das linke Bild ist ganz frisch; ich fand die Ummantelung neulich in Ehrenfeld.

2012 sah man ähnliche Szenen noch öfter: In der Mitte eine Momentaufnahme aus Nijmegen, rechts eine aus Köln.

Chaos der Ordnungsinstrumente

11. Dezember 2015 at 22:04

Den Künstler Odo Rumpf kennt in Köln so ziemlich jeder. Wenn auch nicht persönlich, so haben doch viele schon die eine oder andere seiner Stahl-Skulpturen gesehen (z.B. den Saurier am Rheinufer unterhalb des Maritim-Hotels) oder waren gar in seinem „Freistaat Odonien“ an der Hornstraße zu Gast. „Odonien“ ist einer der bizarrsten, aufregendsten und kreativsten Orte der Kölner Subkultur. Ein Brachgelände der Bahn voller Kunst, Kultur, Ateliers und Parties. Und Schrottplatz bzw. „Fundstückelager“ natürlich. Denn aus den gesammelten Fundstücken entstehen Odo Rumpfs berühmt gewordenen Stahl- und Multimedia-Skulpturen.

2013 trug Odo Rumpf diesen Schilderwald zum CityLeaks Festival bei. Die „Lebens-Verkehrs-Regelung“, wie er betitelt war, stand auf dem Friesenplatz, vom Verkehr umtost. Leider war die Installation nur temporär.