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In den Jahren 2005/2006 starteten die Fotografin Britta Schüßling und ich zusammen eine Website namens „Stadtbotschaften“. Uns waren, unabhängig voneinander, in Köln viele „geheime Botschaften“ aufgefallen, als Sticker geklebt, als Text gesprayt, mit Edding-Stiften auf Wände geschrieben. Widersprüchliches, Witziges, Überflüssiges war genauso wie unfreiwillig Komisches dabei. Wir hatten es fotografisch festgehalten – für den Moment, einen virtuellen Moment.

2005 war es für Nicht-Techies wie uns keine große Freude, eine Website zu betreiben, die laufend aktualisiert werden wollte. Den Begriff „Bloggen“ hatten wir damals noch nicht gehört, obwohl es genau das war, was wir mit unserer Website tun wollten. Und entsprechend einfache Tools standen seinerzeit nicht zur Verfügung, so dass wir bald den Spaß an der Sache verloren und die Website aufgaben.

Heute heißt das, was wir damals witzelnd als „Stadtbotschaften“ ausmachten, „Streetart“, und Bloggen ist kinderleicht geworden. Ich starte also einen neuen Versuch, zumal mich das Thema seit zwei oder drei Jahren wieder verstärkt beschäftigt.

An vielen Stellen meiner Stadt sind Graffitis, Murals, Paste-ups aufgetaucht, von steigender Qualität. In den post-industriell geprägten und weitläufigen Stadtteilen Ehrenfeld und Mülheim boomt die Szene, im kreativen Belgischen Viertel in der Innenstadt kann man auf engstem Raum wöchentlich neue Entdeckungen machen. Und nicht zuletzt das „Cologne Urban Art Festival CITY LEAKS“, das weltweit größte seiner Art, macht Köln zum Hotspot für die Szene. Über die Stadt verteilt findet man die künstlerischen Hinterlassenschaften von Artists aus ganz Deutschland und – auch dank CityLeaks – Murals von internationalen Künstlern.

Nun ist nicht jede Schmiererei gleich „Kunst“ und der Grad zwischen Vandalismus und Verschönerung nicht nur schmal, sondern auch eine Sache der persönlichen Auslegung. Aber es gibt auf alle Fälle viel zu entdecken. Immer wieder neu, immer wieder anders und meist flüchtig, vergänglich. Das möchte ich mit meinem Blog zeigen und zumindest für den Moment festhalten.

Regina Arentz, Köln, im Dezember 2015