Kurz gequalmt

18. April 2017 at 19:29

Kunst auf Plakatwand: Rauchende Pfeife

Letzte Woche fiel mir auf der Kölner „Schäl Sick“, in Deutz, diese Plakatwand auf. Ob es sich dabei um Adbusting oder eine ganz legal für wenige Tage bei Ströer gemietete Fläche handelte, konnte ich zunächst ebenso wenig ermitteln wie den Urheber. Jedenfalls war die Werbewand, die für rein gar nichts warb, ein echter Hingucker. Aber erst aus dem richtigen Blickwinkel und mit entsprechendem Abstand. Da wurde die qualmende Pfeife nämlich zur Verlängerung des riesigen Kamins der Ellmühle (Aurora-Mehl). Sogar die Hintergrundfarbe des Plakates war der des Fabrikgebäudes angepasst.

Die Pfeife war nur wenige Tage auf der Plakatwand zu sehen. Inzwischen klebt wieder kommerzielle Werbung darauf.

Heute dann die Auflösung des Rätsels –in Form einer Presseerklärung per E-Mail: Anlässlich der Kunstmesse „Kölner Liste“ (siehe auch Veranstaltungen), die auch Urban Art zeigt, gestaltet der französische Künstler OX, der ebenfalls für das Motiv des diesjährigen Messe-Plakats verantwortlich zeichnet, zehn Werbetafeln in der Stadt. Sie werden alle nur kurz zu sehen sein und die Kunstwerke werden augenzwinkernd in die jeweilige Umgebung „eingepasst“. Wie die (vergangene) Pfeife vor der Ellmühle.

An folgenden weiteren Orten gilt es dieser Tage die Augen offen zu halten:

Alpener Straße / Venloer Straße, Köln Ehrenfeld
Sechzigstraße, Nähe Liebigstraße, Köln Nippes
Hans-Schulten-Straße / Olpener Straße, Köln Brück
Höninger Weg / Eifelwall, Köln Innenstadt
Hahnenstraße / Rondorfer Hauptstraße 9, Köln Rondorf
Schanzenstraße / Carlswerkstraße, Köln Mülheim
Geestemünder Straße 46, Köln Niehl
Niehler Kirchweg  62, Köln Nippes
Liverpooler Platz / City-Center, Köln Chorweiler

Kunst auf Plakatwand: Rauchende Pfeife vor der Ellmühle in Köln

Mein Foto lügt übrigens. Aus der zentralen Perspektive war die Verbindung von Pfeife und Kamin gar nicht zu sehen. Ich habe das Bild entsprechend nachbearbeitet.

Raucher unter sich

13. April 2017 at 23:05

Stromkastenmotiv von Henning Hüttner

Neulich stolperte ich über diesen bemalten Stromkasten im Belgischen Viertel Kölns. Herrlich, wie der Sprayer Henning Hüttner hier die Position unterhalb eines Zigarettenautomatens aufgreift.

Vor ein paar Monaten waren zuvor hässlich-graue und beschmierte Stromkästen auf den teuren Shoppingstraßen der Innenstadt und im Belgischen Viertel gefühlt „über Nacht“ in knallbunte Farben getaucht worden. Obwohl es in Köln in vielen Stadtteilen ganz offiziell bemalte Kästen in verschiedenen Stilen von den unterschiedlichsten Künstlerinnen und Künstlern gibt, stachen mir diese besonders ins Auge. Die Motive sind groß, sehr klar und eigentlich simpel. Viele greifen des Kölners Lieblingsthema auf: Seine Heimatstadt. Der Grafik-Designer Henning Hüttner hat seine Werke alle selbstbewusst und großflächig mit seiner Webadresse versehen.

Henning Hüttner hat in Köln schon zahlreiche Tor-Einfahrten und Hausfassaden mit Motiven versehen, zum Beispiel mit dem Porträt Lukas Podolskis (auf der Zülpicher Straße), Tünnes und Schäl, Dom, Colonius, Geißbock & Co. (auf der Aachener Straße). Auch die bunte Fassade von Unity Media und der Rolladen bei den Beef Brothers auf der Aachener Straße stammen von ihm. Ich habe, weil es recht zahlreiche Motive sind, unten eine kleine Bildergalerie angefügt.

Die „frechen Früchtchen“, die Eiswaffel und der Cheeseburger-Querschnitt, in die Hüttner einige der Stromkästen verwandelt hat, erinnern mich ein wenig an die „essbaren“ Stromkästen in Wuppertal-Barmen, über die ich im Blog-Beitrag am 16. Juni 2016 berichtet habe.

Leider wahr

8. April 2017 at 13:29

Ortsschild Köln mit Zusatz "autogerechte Stadt"