Die Kuh macht Mooh

11. Oktober 2016 at 20:52

Kommen Freunde, Bekannte und Verwandte aus dem Urlaub zurück, berichten sie mir gerne, was sie am jeweiligen Ort alles an Streetart gesehen haben. So auch die Nachbarin, die jüngst in Portugal war. Auf ihrem Handy zeigt sie mir, was sie in Porto Schönes fotografiert hat. Darunter diese Kuh neben dem hübschen Ausblick auf’s Wasser:
"Mooh" - Kuhgraffiti in Porto, Portugal
„Hab ich schon mal gesehen, die Kuh“, frolocke ich und krame kurz im Gedächnis. „In Köln-Nippes.“ Später krame ich im digitalen Bildarchiv auf dem Rechner und werde tatsächlich fündig. Die gleiche Kuh wie in Porto schaut am Bahnhof Nippes in die Welt (kleines Foto).

"Mooh" - Kuhgraffiti in Köln-NippesAber was hat es mit dem internationalen Rindvieh-Graffiti auf sich? Ist da eine Kuhbalisierung im Gange?!

Eine google-ähnliche Suchmaschine bringt es zutage: Die Kuh heißt „Mooh“ und war bis vor kurzem vermutlich in Minden/Westfalen zu Hause. Dort war in den vergangenen Jahren ein regelrechter Fan-Kult um das gesprühte Tier ausgebrochen. Mit eigener Fanpage, facebook-Fanseite und allerhand Zeitungsartikeln, die sich mit den schwarz-weiß gefleckten Graffiti eines nach wie vor unbekannten Sprayers beschäftigen. Mindestens 160 Kühe wurden bis heute gezählt, teils mit Sprüchen wie „Mut ist Freiheit“ oder „Gegen Zensur“ versehen, manchmal riesengroß und nicht immer nur als Einzeltier.

Der Sprayer nennt sich „John“ oder auch „The Kuhl Kid“, bleibt ansonsten aber unentdeckt.

Nun scheinen Sprayer und Mooh-Kuh ausgewandert: In das nahe Osnabrück. Wie die Neue OZ berichtet, tauchen in der Stadt vermehrt Rinder auf Wänden auf. Die Ausflüge auf die betonenen Weiden von Porto und Köln-Nippes scheinen eher seltene Besuche zu sein.

Einen Beitrag der WDR-Lokalzeit zur Mooh findet man auf youtube unter diesem Link.

Tags: