Banksy-Nachahmer in Köln

6. September 2016 at 10:07

Der wohl berühmteste Street Artist, Banksy, wird weltweit oft und viel kopiert. Oder besser gesagt: Seine Motive werden kopiert. Die vermeintlich simplen Schablonen-Sprühwerke mit dem hohen Wiedererkennungswert verleiten vermutlich dazu. So finden sich drei der bekanntesten Banksy-Bilder in vielfacher Kopie auch in Köln. Sie sind weniger sauber gearbeitet als die Originale und vor allem viel kleiner. Sie zu entdecken ist manchmal gar nicht so einfach.

Werke von Street Artist Banksy gibt es in vielfachen, meist schlechteren, Kopien auch auf Kölner Straßen.

Links: Den „Flower Thrower“ (bei Banksy waren die Blumen noch bunt) sah ich auf mehreren Stromkästen nahe Sankt Gereon.
Mitte: Der Panda, der bei Banksy Waffen in den Tatzen hatte, hat in der zahlreich in Ehrenfeld zu findenden Kleinkopie gelbe Spraydosen dabei. Eine witzige Variante.
Rechts. Am „Balloon Girl“ im Griechenmarktviertel bin ich wahrscheinlich Dutzende Male vorbei gelaufen ohne es zu bemerken. Es ist stark verblichen (auf dem Foto habe ich den Kontrast verstärkt). Banksys Original hatte natürlich einen roten Herz-Ballon.

Hinter Gittern

3. September 2016 at 11:44

Keine Sorge, nicht die Sprayer sind hinter Gittern, sondern – in diesen Fällen – Speedy Gonzales (aka „die schnellste Maus von Mexiko“) und ein trauriger Gorilla.

Graffiti in Köln, die die örtlichen Begebenheiten (Gitterstäbe) in ihr Werk einbeziehen.Genial, wie TOPAS hier auf dem Abrissgelände der Ehrenfelder Helioswerke (Graffiti „Hall of Fame“) mit viel Witz das vorhandene Fenstergitter in sein Werk eingearbeitet hat, um Käsedieb Speedy festzusetzen. Festgesetzt ist auch der Gorilla in der Maybachstraße. Allerdings nur tagsüber: Ist das Hoftor geöffnet, verschwindet das Gesicht hinter den Gitterstäben. Die als Stencil gesprühte Überwachungskamera hat aber eher die Passanten im Visier.

Paste-up von Louva must die: Keiner ist sicherAn der Mülheimer Brücke hatte ein Paste-up von „Louva must die“ im letzten Jahr ein rostiges Gitter zu einem Hingucker gemacht (kleines Foto).

Aber apropos Maybachstraße: Nicht gerade als Streetart-Hotspot bekannt, hat sie doch ein paar Perlen zu bieten. Zwischen kriegsbedingter Baulücke, Abrisscharme und Kreativzentrum entstand im Rahmen des CityLeaks Festivals 2015 das Mural „Bitte jetzt“. Der Künstler Boris Tellegen (*1968), auch als „Delta“ bekannt, stammt aus Amsterdam, wo er Mitte der 80-er Jahre erste Graffiti sprayte, hat Architektur und Design studiert und fasziniert die Kunstwelt mit Gemälden und Skulpturen, die aussehen, als seien sie aus Papier geschnitten und geschichtet.

Wenige Meter weiter kann man das Werk zweier in London lebender und arbeitender Illustratoren bewundern: Marina Muun und Slav Vitanov (Slav Gipsy) haben, unterstützt von ArtyFarty Artspace, im Dezember 2014 eine Hauswand, die zuvor immer wieder beschmiert worden war, mit einem mystischen Motiv verschönert.

Zwei Murals in der Kölner Maybachstraße

Nachtvisionen

3. September 2016 at 9:52

Graffiti sind oft illegal und entstehen daher gern im Schutz der Dunkelheit, also Nachts. Was aber, wenn man diese Wandmalereien mit Licht in Szene setzt und fotografiert? „Jupiter“ macht das und bringt so die gesprühten Werke zum Leuchten. Vom 8. September bis 19. Oktober stellt er seine Fotos unter dem Titel „Nachtvisionen“ in der Alten Feuerwache im Kölner Agnesviertel aus. Veranstalter ist Kunst Köln, ein Verein, der jedes Jahr 20 Ausstellungen organisiert.

Vernissage: 8.9. 19.30–23.00 Uhr

Die Gedanken sind frei

2. September 2016 at 11:57

Die Kölner Entertainerin Betty LaMinga hat zusammen mit einer 10-köpfigen Band hochkarätiger Musiker ein Herzensprojekt verwirklicht und deutsche Volkslieder im Stil der Motown-Klassiker aufgenommen und kämpferisch als „Save the German Liedgut“ betitelt.

Zu den Songs erscheinen nach und nach toll gemachte Videoclips, die die Künsterin selbst produziert. Im Video zu „Die Gedanken sind frei“ hat sie sich selbst als Streetart-Ikone inszeniert. Zu sehen sind neben Graffiti-Wänden auf Mallorca auch allerlei Kölner Hotspots.