Ein Blick ins AZ

18. September 2016 at 16:00

Die bunte Außenwand auf der Luxemburger Straße nahe des Amtsgerichts ist sicher vielen schon mal aufgefallen. Aber wer war schon auf dem Gelände hinter dem großen Tor? Dort verbirgt sich – bis zur Neubebauung des Geländes – das Autonome Zentrum (AZ), das am vorherigen Standort, einem leerstehenden Gebäudekomplex des ehemaligen Motorenwerks Klöckner Humboldt Deutz in Kalk, für viel Wirbel sorgte. Aktivisten hatten es zunächst besetzt und durften es später offiziell nutzen. Befürworter und Gegner quer durch die Bevölkerung und alle Fraktionen rieben sich lange und medienintensiv an dem Thema. Letztlich wurde dann doch geräumt und abgerissen.

Paste-up an der Außenwand des AZ KölnIrgendwann wird das auch an der Luxemburger Straße passieren. Rund um das Gelände des jetzigen AZ, das früher einmal die Holzhandlung Thies war, wird schon fleißig gebaut. Unter anderem kommt der Neubau des im U-Bahn-Bahn-Loch verschwundenen Stadtarchivs hier hin. Dafür musste vor zwei Jahren schon der Bauwagenplatz „Paradies“, eine Art Künstlerdorf, weichen, dessen Bewohner rund um den stadtbekannten Künstler Rolf „Ketan“ Tepel das verwilderte Gelände zuvor in jahrelanger Arbeit in ein Gesamtkunstwerk verwandelt hatten. Alternative Lebensmodelle sind nicht (mehr) vorgesehen in der aus allen Nähten platzenden Stadt.

Zurück zum AZ: Noch ist es da und eventuelle Berührungsängste sind unangebracht. Auf dem Gelände finden Partys, Sportkurse und Diskussionen statt und Sonntags kann man hier unter fachkundiger Anleitung sein Fahrrad reparieren. Außerdem ist reichlich interessante Urban Art zu bewunden. Alle Wände und Tore bis hin zu den Müllcontainern sind bemalt. Sprayer hatten mit der Colorierung des Geländes begonnen, nachdem die Holzhandlung ausgzogen war.

Ich habe eine kleine Fotoschau dazu erstellt, die den aktuellen Stand zeigt, denn natürlich ändert sich die Bemalung immer wieder mal. Durch Anklicken kann man einzelne Fotos groß betrachten. Ganz verschwunden ist mittlerweile leider das Paste-up mit der gedoppelten Frieda Kahlo (kleines Foto), das lange Zeit neben dem Eingang zu sehen war.