Banksy in New York

18. März 2016 at 21:20

Auf dem immer wieder spannenden internationalen Film- und Fernsehfestival Cologne Conference sah ich letztes Jahr die HBO-Doku „Banksy does New York„. Hintergrund des Films: Im Oktober 2013 war Street Artist Banksy in New York. Er hatte angekündigt, jeden Tag (jede Nacht) ein neues Kunstwerk in der Stadt zu hinterlassen: Stencils, Installationen, Skulpturen. Der Mann ist vielseitig. Jeden Morgen veröffentlichte er im Internet eine sehr grobe Positonsangabe.

Die Doku begleitet Fans, die 31 Tage lang die Stadt nach den neuen Werken absuchen, um sie zu bestaunen und zu fotografieren, zeigt von Tag zu Tag wachsende Menschenmassen, die sich an den genannten Orten sammeln (so weit, so lustig), aber auch dreiste Diebe, die ganze Werke sofort stehlen, indem sie eine Skulptur einfach in einen LKW hieven oder ein bespraytes Garagentor mal eben aussägen.

Der sehr kluge Film von Chris Moukarbel lässt den Zuschauer so manches Mal den Kopf schütteln und stellt über die gezeigten Fans und Medien sowie einen überaus kuriosen Galeristen, der sehr freimütig ein gerüttelt Maß an Hirnriss in die Kamera spricht, genau die richtigen Fragen und zeigt einen komplett pervertierten Kunstbetrieb.

„Banksy does New York“ ist kein Porträt über Banksy, sondern eine Momentaufnahme seiner Breitenwirkung. Man findet die englischsprachige Dokumentation online, zum Beispiel via iTunes.