Fliegende Augen und bunte Mädchen

11. Februar 2016 at 18:23

Drei Motive aus der Street Art, die Überwachungskameras zeigen.

Dass Street Artists, die meist halblegal oder illegal und im Verborgenen arbeiten, und Überwachungskameras keine Freunde sind, ist eigentlich klar. Einige machen die Kamera als solche sogar zum Motiv. Hier drei Beispiele (v.l.n.r.):
Stencil von ATS auf dem Gottesweg, Paste-up von Sei leise auf der Vogelsanger Straße, Paste-up von El Bocho auf der Marienstraße.

Sei leise verwendet das Motiv mit der fliegenden Kamera (Ufo-Kamera) auch bei seinen Reverse Graffiti (siehe Foto im Blog-Eintrag vom 26.12.2015).

Wandgemälde von El Bocho aus der "Citizens"-Reihe in Köln-EhrenfeldZu dem Paste-up mit den beiden Kameras (die im übrigen „Kalle“ und „Bernd“ heißen) von El Bocho gehören normalerweise noch eine bis zwei Sprechblasen. Kalle und Bernd führen auf den Wänden, auf denen sie kleben, nämlich gern kleine Unterhaltungen über ihr Dasein und das, was sie auf der Straße so sehen. Bei dem Exemplar in der Marienstraße sind die Sprechblasen aber irgendwie seit Anbringen des Motivs 2011 abhanden gekommen.

Von El Bocho, einem ausgebildeten Illustrator, der als Künstler den Sprung in weltweite Ausstellungen geschafft hat, gab es in Köln über die Jahre zahlreiche Motive. Besonders bekannt sind seine „Little Lucy“ und die riesengroßen, sehr bunten, „Citizens“ genannten Porträts junger Hipster-Mädchen. Im Belgischen Viertel und bei Heinz Gaul an der Vogelsanger Straße findet man noch die Reste der großen Paste-ups. Schon eher für die Ewigkeit gedacht und darum gut erhalten ist das mehrere Meter hohe Gemälde am Bahnhof Ehrenfeld, ebenfalls aus der „Citizens“-Serie (kleines Foto).