Die lautlose Invasion

28. Januar 2016 at 16:26

Streetart Mosaik-Kunst von Space Invader an der Hohenzollernbrücke in Köln

Invader ist einer der bekanntesten Street Artists weltweit. Wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen zieht er es vor, anonym zu bleiben. Bekannt ist – immerhin –, dass es sich um einen Franzosen handelt, der 1969 geboren wurde und in Paris lebt.

Von Paris ging sie dann auch aus, die Invasion. Die Invasion der Pixelmännchen, der Space Invader, die dem Künstler zu seinem Pseudonym verhalfen. Inspiriert von japanischen Videospielen wie eben „Space Invaders“ fertigt Invader aus Mosaiksteinchen seine eignenen Figuren-Kreationen, die er seit 1998 über die ganze Welt verteilt. Laut seiner Homepage sind es aktuell 3268 Invader, die er in insgesamt 65 Städten angebracht hat. Ein paar grüne Flecken gibt es allerdings noch auf der Weltkarte.

Drei Space Invader Streetart-Mosaiken in Köln

In jeder Stadt, die Invader besucht, versucht er nach und nach 20 bis 50 Bilder an neuralgischen Punkten anzubringen. In Nacht- und Nebel-Aktionen und ungefragt, versteht sich. Spektakulär gestaltete sich das Anbringen eines Mosaiks am weltberühmten „Hollywood“-Schriftzug in Los Angeles. Wobei die meisten Invader-Mosaiken vermutlich geduldet werden. Nur wenige werden von Hausbesitzern wieder entfernt, eher noch werden sie von Liebhabern gestohlen, wodurch das mit Zement angebrachte Werk letztlich natürlich zerstört wird und keinen Wert mehr hat.

Drei große und ein kleines Space Invader Streetart-Mosaik in Köln

Köln wurde als 37. Stadt der Welt von den Invadern besetzt. Die Invasion erfolgte in drei Wellen, sprich: drei Besuchen, durch den Künstler, der meist mit einem kleinen Team arbeitet. Insgesamt 27 Mosaiken wurden bis heute angebracht. Einige wenige sind komplett zerstört, bei anderen fehlen inzwischen einzelne Steinchen, die größte Anzahl der Pixelmännchen kann aber noch gesucht und gefunden werden. Denn darum geht es ja auch: Das Aufspüren einer Serie von Kunstwerken in der Stadt. Das hat sich mittlerweile eine ganze Szene von Streetart-Fans zum Hobby gemacht. Im Falle der Space Invader wird sogar Geocaching angeboten. Außerdem hat Invader Nachahmer gefunden, die mittlerweile selbst Mosaiken mit eigenen oder von ihm inspirierten Figuren in ihren jeweiligen Städten anbringen. Manchmal sind sie schwer von den Originalen zu unterscheiden.

Vier Space Invader Streetart-Mosaiken in Köln

Folgende Kölner Invader sind hier abgebildet:
1. schmale Bildleiste (v.l.n.r.): Alte Wallgase, Friesenstraße, Friesenstraße
2. schmale Bildleiste (v.l.n.r.): Mindener Straße, Albertusstraße, Heinrich-Böll-Platz, Zülpicher Straße (Stiefel)
3. schmale Bildleiste (v.l.n.r.): Südbahnhof, St.-Apern-Straße, Buttermarkt, Zülpicher Platz (für die Bereitstellung dieser 4 Fotos danke ich Friederike Becker ganz herzlich)

Streetart von Invader in KölnOb sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrages noch alle genannten Invader an ihrem Platz befinden, kann ich leider nicht überprüfen. Den oben gezeigten Invader an der Kult-Kneipe „Stiefel“ auf der Zülpicher Straße zu finden, stellt ohnehin eine Herausforderung dar. Er ist – im Gegensatz zu den anderen Invadern in der Stadt – nämlich winzig klein. Nur wer sehr genau hinschaut, sieht ihn am Balkon der von debug visuals gestalteten bunten Fassade.

Obwohl der Künstler Invader mittlerweile viel beachtete Solo-Ausstellungen rund um den Globus (schon 2007 gab es eine erste Ausstellung in Köln) hat und viel mehr als nur kleine Pixelmännchen aus Mosaiksteinen macht, bleibt er weiter anonym und bringt Invasoren im Schutz der Dunkelheit an. Irgendwie sympathisch.