Tagging mit Ironie

16. Dezember 2015 at 15:52

3 x Marienstrasse_Lostview

Über ständig beschmierte Wände ärgerte sich auch die auf Motion Graphic spezialisierte Firma Lostview in Köln-Ehrenfeld. Zur Marienstraße hin gibt es eine große (ehemals) weiße Außenwand und eine Metalltür, die immer wieder mit Tags auf der gesamten Fläche versehen wurden.
Vor rund zwei Jahren tauchten dann die TV-bekannten Männchen auf der Wand auf, die die Schmierereien nicht nur ironisch brechen, sondern auch dafür gesorgt haben, dass das Tagging vorübergehend zum Stillstand gekommen ist.

Schöne Bescherung in Köln

16. Dezember 2015 at 15:28

„Fine Urban Art“ kann man bei der Kunstagentin im Belgischen Viertel zur Zeit anschauen und erwerben. Die Weihnachtsausstellung „Schöne Bescherung“ mit Werken internationaler Künstler läuft noch bis zum 2. Januar 2016.

Kleine Perle

15. Dezember 2015 at 18:28

Stencil Alte Druckerei Loewengasse

An der Löwengasse in der Südstadt rottet seit Jahren das Gebäude einer ehemaligen Buchdruckerei vor sich hin. Es ist schon lange dem Vandalismus preisgegeben. Zwischen den unvermeidlichen großflächigen Graffiti entdeckte ich eben diese kleine in Stencil-Technik hergestellte Perle an der Wand. Urheber unbekannt.

Alte Buchdruckerei Loewengasse

Ein bisschen Off Topic

13. Dezember 2015 at 10:15

Großflächig aufgesprühtes Werk von Katharina Grosse in der U-Bahn-Station Chlodwigplatz © R. Arentz 2015

Seit heute fährt sie, die Linie 17 der neuen Nord-Süd-Bahn. Genau genommen befährt sie nur ein Teilstück. Nach 11- bis 14-jähriger Bauzeit, explodierten Kosten und zahlreichen Skandalen. Die Einsturzstelle des Stadtarchivs, wo die Stadt ihr Gedächtnis, Menschen ihr Leben und andere ihre Wohnungen verloren, nach wie vor ein riesiges klaffendes Loch, wird dabei nicht umschifft. Eine Station vorher ist vorläufiges Ende der Linie 17.

Die vier neuen U-Bahn-Haltestellen haben sich die Kölner Verkehrsbetriebe KVB einiges kosten lassen. Viel Beton, viel Edelstahl, viel Glas, großzügig im Platzverbrauch. Noch sehen sie alle aus wie geleckt. Da soll die riesige, via Kompressor-betriebener Spritzpistole bunt besprayte Fläche an der Station Chlodwigplatz, geschaffen von Katharina Grosse, sicher einen Kontrastpunkt setzen, natürlich auch Aufmerksamkeit auf sich ziehen und sagen: „Hey, wir können nicht nur grauen Beton.“ Beeindruckend, vor allem groß ist das Werk allemal; das kann mein Foto natürlich nicht wiedergeben.

Katharina Grosse, international bekannte und anerkannte Künstlerin mit Werken im öffentlichen Raum von New York über Toronto bis zur Riesen-„Scherbe“ am Bonner Kunstmuseum, mit Einzel-Ausstellungen auf der ganzen Welt und Arbeiten in internationalen Sammlungen vertreten, ist im „Nebenberuf“ Professorin für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Will sagen: Das war nicht billig und immerhin Ergebnis einer großen Ausschreibung.

Davon abgesehen, dass mir das Werk gefällt, finde ich es völlig legitim, die Entscheidung für gerade dieses Werk und diese Künstlerin mal zu hinterfragen, wie es der Kommentar auf Meine Südstadt tut. Sehr lesenswert!

Strick ist schick

12. Dezember 2015 at 16:19

3 Beispiele für Guerilla-Knitting aus den Jahren 2012 und 2015

Zum 3. Advent etwas Wärmendes: Ich bin erfreut zu sehen, dass das Guerilla-Stricken und -Häkeln doch noch nicht ganz verschwunden ist. Das linke Bild ist ganz frisch; ich fand die Ummantelung neulich in Ehrenfeld.

2012 sah man ähnliche Szenen noch öfter: In der Mitte eine Momentaufnahme aus Nijmegen, rechts eine aus Köln.

Chaos der Ordnungsinstrumente

11. Dezember 2015 at 22:04

Den Künstler Odo Rumpf kennt in Köln so ziemlich jeder. Wenn auch nicht persönlich, so haben doch viele schon die eine oder andere seiner Stahl-Skulpturen gesehen (z.B. den Saurier am Rheinufer unterhalb des Maritim-Hotels) oder waren gar in seinem „Freistaat Odonien“ an der Hornstraße zu Gast. „Odonien“ ist einer der bizarrsten, aufregendsten und kreativsten Orte der Kölner Subkultur. Ein Brachgelände der Bahn voller Kunst, Kultur, Ateliers und Parties. Und Schrottplatz bzw. „Fundstückelager“ natürlich. Denn aus den gesammelten Fundstücken entstehen Odo Rumpfs berühmt gewordenen Stahl- und Multimedia-Skulpturen.

2013 trug Odo Rumpf diesen Schilderwald zum CityLeaks Festival bei. Die „Lebens-Verkehrs-Regelung“, wie er betitelt war, stand auf dem Friesenplatz, vom Verkehr umtost. Leider war die Installation nur temporär.

Schönschreiben mit Stohead

11. Dezember 2015 at 21:09

Kalligrafisch gestaltete Gebäudefassade von Stohead

2013 war dieses Gebäude in der Marienstraße 73 Festivalzentrale und Ausstellungshalle des CityLeaks-Festivals, das unter dem Titel “I’m Still Here – Being Public Indoors” stand. In diesem Rahmen bemalte der Berliner Künstler Stohead (Christoph Häßler) die Fassade des alten Industriebaus mit künstlerisch gestalteter Schrift: „Everybody“ steht zigfach wiederholt auf der Wand. Stohead sagt: „Schrift kann ein ästhetisches Meisterwerk sein, wenn sie zur Kalligrafie wird.“

Die Bemalung ist noch existent.

Heinzelmänner

10. Dezember 2015 at 17:10

Verschiedene Graffiti "Heinzelmännchen von Köln" auf der Aachener Straße

Die Kölner Heinzelmännchen sind zurück. Oder was möchten mir diese Zipfelmützen auf verschiedenen Tor-Einfahrten an der Aachener Straße (Innenstadt) sagen?!

Kein Trash

8. Dezember 2015 at 20:07

Gemälde auf Hausfassade in Ehrenfeld von Christian Boehmer

Christian Böhmer, freischaffender Maler in Köln und auch als Graffiti-Künstler „Mr. Trash“ bekannt, hat 2015 dieses Haus in der Marienstraße/Ecke Hackländer Straße in Ehrenfeld gestaltet. Die „Papiertüten-Köpfe“, zu keiner zwischenmenschlichen Kommunikation mehr fähig (Amor ist schon eingeschlafen), sind ein häufiges Motiv bei Böhmer. Zeichnungen dieser Art waren schon in mehreren Ausstellungen zu sehen und Böhmer war und ist auf internationalen Kunstmessen vertreten.

Das Haus in der Marienstraße beheimatet übrigens mit dem „Lokal K“ den regionalen Treffpunkt der Wikipedia-Community.

Über die Entstehung der o.g. Fassade hat der WDR einen hübschen 2-Minüter gemacht, der noch in der Mediathek zu sehen ist.

Die Anonymus-Raupe

8. Dezember 2015 at 13:44

Raupe mit Anonymus-Gesicht, bestehend aus Datenträger-CDs.

Die „Anonymus-Raupe“ von Caterpillar, vom Streetart-Blog „artokulto“ so betitelt, taucht in mehreren europäischen Städten auf. Sie besteht aus (wie man bei näherer Betrachtung vermuten darf) via Stencil-Technik besprühten Datenträgern.

Dieses Statement in Raupenform hängt über einer schäbigen Tür auf noch schäbigerer Wand in der Platenstraße in Ehrenfeld.