Fliesenleger gesucht

30. Dezember 2015 at 22:10

Vier Beispiele von in der Streetart-Szene beliebten Kacheln aus Köln

In einer Stadt wie Köln, wo es nach dem Krieg – warum auch immer – Mode war, Hausfassaden komplett zu kacheln, fallen ein paar Fliesen mehr oder weniger kaum auf. Sollte man meinen. Tun sie aber doch, wenn sie künstlerisch bearbeitet wurden.

Handelsübliche Kacheln sind ein in der Streetart beliebtes Medium, kann man sie doch im heimischen Atelier in aller Ruhe vorbereiten und sie dann in einer Nacht- und Nebel-Aktion leicht und schnell anbringen. Außerdem sind die bemalten, in Stencil-Technik besprayten oder auch via Siebdruck hergestellten quadratischen Kunstwerke wetterbeständiger als Paste-ups und fallen in der Regel nicht ganz so schnell dem Vandalismus zum Opfer wie andere aufgeklebte Werke.

In Köln findet man eine unglaubliche Vielzahl von künstlerisch gestalteten Kacheln verschiedener Street Artists. Wenn sie nicht signiert sind, bleibt der Urheber dem Berachter leider unbekannt. Ich zeige hier ein paar Beispiele von Kacheln, die ich in der letzten Zeit gefunden habe. Obere Reihe (v.l.n.r): Lütticher Straße, Doppelkachel an der SSK Liebigstraße, Ketauu an der Mülheimer Brücke, Uferpromenade Mülheim. Untere Reihe: Jesus-Motiv an der Brüsseler Straße, kaputte Kachel in der Moltkestraße, xxxhibition in der Moltkestraße.

Drei Beispiele von in der Streetart-Szene beliebten Kacheln aus Köln

Im Belgischen Viertel findet man eine regelrechte Flut von Kacheln und kleinen aufgeklebten dreidimensionalen Objekte von xxxhibition, eines Streetart-Pioniers aus Köln. Die meisten sind schon älter und oft schon halb zerstört. Wer sie aber trotzdem aufspüren möchte: Einfach mal auf Fußknöchel-Höhe die Hausfassaden anschauen! Da wird man besonders oft fündig.

Über den unbestreitbaren Meister der Fliesenleger unter den urbanen Künstlern, Invader, werde ich in einem weiteren Blog-Beitrag in der nächsten Zeit berichten.

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